Working for MSF

Äthipoien 2017 Ärzte ohne Grenzen

Der Anfang vom Ende. Zu Médecins Sans Frontières, oder auch Ärzte ohne Grenzen – wie sie in Deutschland heißen – bin ich nur durch Zufall über meine Freundin gekommen. Die hatte Medizin studiert und wollte schon immer einmal für MSF arbeiten. Das hat sie dann auch getan und ich habe sie dort in ihrem TB/HIV-Projekt in Swasiland besucht...

Ein Jahr später sitze ich selbst in einem kleinen Propeller-Flugzeug. Hinter mir ein kurzes Briefing in Juba und unter mir die unendliche Weite des Südsudan. Vor mir neun Monate voller Ungewissheit. Mein erstes Projekt als Log Focal Point in einem Primary Health Care Center im Norden des Südsudan. Höchste Müttersterblichkeit weltweit, Malaria Gebiet. Eine Woche Einarbeitungszeit, danach drückt mir mein französischer Vorgänger die Schlüssel in die Hand "My friend, you are in charge now... ". Lokale Mitarbeiter, externe Mitarbeiter (Expats). Eine Klinik, Notaufnahme, Kinderstation, Labor, Operationszelt, Lagerhalle, Diesel Generatoren, Latrinen, Wasserpumpe, 15 Autos (Landcruiser), Waren, Logistik, Essen usw. – mitten im Nirgendwo. Als ich nach neun Monaten wieder heil zurückkam, war ich ein paar Kilo leichter und tausend Erfahrungen reicher. Das war mein Anfang als Logistiker für MSF.

Weiter ging es mit der "Flüchtlingskrise 2015" im Balkan. Menschen auf der Flucht – zu Fuß! Alte, Junge, Kinder, Kranke. Wir haben manchmal keine Vorstellung davon was es bedeutet alles zu verlieren. Angehörige, Besitz, einfach ALLES. Angewiesen auf Hilfe, bedrängt von Menschen, die auch noch das Letzte von einem haben wollen. Kein Wohlfahrtsstaat, keine Aufbauhilfe in der Heimat: Krieg und Vertreibung. Auf der Flucht, in einem Lager, für unbestimmte Zeit. Das ist eine der tragischsten Erfahrung, die man als Menschen machen kann. Ob allein, oder mit der Familie – die Zukunft ist ungewiss und die Welt kann jederzeit aus den Fugen geraten. Schön, wenn einem dann jemand hilft und dabei auch mal ein Lächeln schenkt. Médecins Sans Frontières

Danach habe ich noch zwei weitere Projekte in Äthiopien und Brasilien gemacht, sowie eine Ausstellung von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland logistisch begleitet. Zurzeit bin ich mit unserem Projekt in Portugal beschäftigt, aber irgendwann geht es sicher nochmal ins field.